Wie Profis motiviert bleiben: Der Trick

„Keine Lust zum Klavierüben – kaum ein Tag vergeht, ohne dass ich gefragt werde, was man dagegen machen kann“, erzählte mir kürzlich der Klavierlehrer Lars, ein Freund von mir. Er hat sich bei Profis umgesehen – und dabei herausgefunden, dass ein einziger Trick genügt, um sich Tag für Tag zum Üben zu motivieren. Und diesen Trick verrate ich Euch jetzt – ganz umsonst! 🙂

„Was meinst du, was mir neulich passiert ist, als ich einen Profi-Pianisten auf seinem Mobiltelefon anrief?“, fragte mich Lars. Keine Ahnung … „Nun, er sagte mir, dass in einer Minute seine Übezeit beginne und er mich abends zurückrufen werde.“

Das klingt erst einmal nicht gerade nach einer Sensation. Aber bei genauem Hinsehen ist es der Schlüssel zum Geheimnis des Erfolgs. Denn wir sehen anhand dieser Situation: Der Profi nimmt seine Übungszeit ernst. Er beginnt sie zu einem festen Zeitpunkt, und diesen verschiebt er nicht.

Geht’s nicht auch fünf Minuten später?

Die Frage drängt sich auf, warum er nicht einfach fünf Minuten später mit dem Üben anfangen und vorher noch schnell das Gespräch mit Lars abhaken könnte. Es wäre doch auch ein gutes Gefühl, einen Punkt von der To-do-Liste gestrichen zu haben. Und da er ja schon ein erfolgreicher Pianist ist, kommt es auf fünf Minuten Übezeit doch sicherlich nicht an.

Aber: Der Profi will sich aufs Üben konzentrieren und ganz bei der Sache sein, nicht abgelenkt vom Smartphone, vom Klingeln an der Tür, von einem plötzlichen Hungergefühl oder vom Wetter. Er will einfach zu einem festen Zeitpunkt üben – und das mit ganzer Kraft.

Was ist der Vorteil, Klavier zu einem festen Zeitpunkt zu üben?

Ganz einfach: Der innere Schweinehund kann dann nicht mitreden, und die bei Studenten heutzutage so gefürchtete „Aufschieberitis“ hat keine Chance. Wenn es 10 Uhr ist, ist es 10 Uhr, und damit basta!

Es muss laso nicht um Motivation gerungen werden, sondern das Thema wird dadurch übersprungen, dass ein fester Termin – natürlich auch mit einer festen Dauer – existiert.

Wer Kinder hat, wird dieses System kennen: Stehen unangenehme Arbeiten an, wird verhandelt und verschoben, was das Zeug hält. Glücklich ist, wer feste Regeln aufstellt und diese auch einhält. Viel Streitpotenzial wird dadurch eliminiert!

Auch vom Blog-Schreiben kenne ich eine vergleichbare Situation: Ich habe recherchiert und habe alles im Kopf, was ich schreiben will. Wenn ich nun ohne Unterbrechung arbeite, habe ich in 20 Minuten einen flüssigen Text erschaffen. Wenn ich mich aber von jedem Geräusch meines Smartphones ablenken lasse, jedem E-Mail-Eingangsgeräusch nachgehe und gucke, wer da wohl geschrieben haben könnte, dann brauche ich jedes Mal wieder wertvolle Zeit, um hinterher wieder dort anzufangen, wo ich vorher aufgehört habe. Ich brauche für meinen Text nicht nur länger, sondern das Ergebnis ist auch schlechter. Eins ist klar: Ein Profi wird man so nicht.

Was fürs Klavierüben gilt, gilt auch für den Sport

Nicht zuletzt lässt sich die Klaviererfahrung auch auf den Sport übertragen. Ich kenne unendlich viele Menschen, die sich regelmäßigen Sport vornehmen, aber nur kurz am Ball bleiben. Eine feste Verabredung oder zumindest ein fester Zeitpunkt für den Sportbeginn ist der Schlüssel zum Erfolg: Es ist Sportzeit – egal, ob ich müde bin, gerade telefonieren möchte, Arbeit ansteht … oder ich eigentlich noch Klavier üben müsste.

Alles zu seiner Zeit!

Was sind gute Zeitpunkte, um zu üben? Und was ist mit externen Musik Übungsräumen?

Ein Profi wird den besten Zeitpunkt selbst festlegen, abhängig von seinem Tagesplan, seinen Verpflichtungen und seinen Erfahrungen. Für Hobbypianisten ist es schwieriger. Versucht es mal mit einem der folgenden Vorschläge:

  • Nach dem ersten Morgenkaffee, bevor Du Deine E-Mails checkst.
  • Direkt nach der Arbeit, noch vor dem Abendessen und bevor Du Deine Post öffnest.
  • Montags, mittwochs, freitags und sonntags um 19:30 Uhr.
  • Externe Proberäume mit einem Klavier oder Flügel nutzen und sich nicht mehr ablenken lassen.

Den passenden Übungsraum mit einem Klavier oder Flügel zum störungs- und ablenkungsfreien Üben und Proben findest Du übrigens auf PianoMe 😉

Über den Autor
Elke Brumm

Hallo liebe Freunde von PianoMe! Ich interessiere mich für vieles, am meisten aber für Theater, Kunst und Literatur; entsprechend habe ich Theaterwissenschaften und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin studiert. In einer Berliner Agentur für Marketingstrategieberatung arbeite ich als Projektmanagerin, Redakteurin und Lektorin.

Autor: Elke Brumm

Hallo liebe Freunde von PianoMe! Ich interessiere mich für vieles, am meisten aber für Theater, Kunst und Literatur; entsprechend habe ich Theaterwissenschaften und Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin studiert. In einer Berliner Agentur für Marketingstrategieberatung arbeite ich als Projektmanagerin, Redakteurin und Lektorin.

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